Gamsalp und östliche Churfirsten

Unsere Forschungsgebiete in den Churfirsten (Zonen O und R bis W) liegen östlich des Hinterruggs.

  • Die Zone R – im Kar zwischen Hinterrugg und Chäserrugg – ist fertig bearbeitet.
  • In der Zone O (Gamsalp) wurden 103 Höhlen gefunden, deren grösste -369 m Tiefe aufweist und über 2 km lang ist. Die Zone T weist 34 Höhlen auf, die Zone U deren 30. In diesen Zonen sind die meisten Höhlen fertig bearbeitet.
  • Seit 2015 bearbeiten wir den westlichen Teil der Zone W (Stand Ende 2016: 8 Höhle publiziert, 2 in Bearbeitung).

 

Kurzer geologischer Überblick

Die Churfirsten bestehen vor allem aus der Säntisdecke (Helvetikum). In unseren Forschungsgebieten fallen die Schichten sanft nach Norden.

Auf den Rücken der östlichen Churfirsten inklusive Gamser Rugg finden wir Seewenkalk (obere Kreide). Die darunter liegende Garschella-Formation (ca. 80 m mächtig) besteht aus mehreren Schichten, von denen die meisten nicht verkastungsfähig sind. In den Karen (Tälern) bildet der Schrattenkalk (untere Kreide), der ca. 200 m mächtig ist, die Oberfläche. In diesem gut verkastungsfähigen Gestein entwickelten sich alle bisher von der AGS gefundenen Höhlen.

 

Eine ausführliche Beschreibung findet sich in: Arnfried Becker, Geologie der Gamsalp, AGS-INFO Spezial 2007, 36 Seiten

Auch in den Zonen U und W finden wir die Höhlen im Schrattenkalk, in den höheren Lagen steht die Garschella-Formation an. (Für eine kurze Übersicht siehe Hans Stünzi, Geologie östlich der Gamsalp, AGS-INFO 2016, S. 20.)

Landschaftsbild


Die Bergrücken sind karge Schafweiden. Nördlich des Gamserruggs finden wir auf den Sandsteinen und Mergeln der Garschellaformation saftigere Kuhweiden, während die Schrattenkalkgebiete oft nackten Karst aufweisen, eine unwirtliche Gegend. Im Gebiet Chäserrugg und Gamser Rugg befinden wir uns im Norden der Zonen an der Waldgrenze.

 

Die Höhlen

In diesen Zonen arbeiten wir systematisch, d.h. jedes Loch von mehr als 10 m Länge oder Tiefe wird vermessen. Die meisten Höhlen sind kleine Schächte, doch folgende sind erwähnenswert:

  • O92 ist mit -345 m die tiefste und zugleich mit über 2 km Länge auch die längste Höhle.
  • T1 weist wohl weitherum den mächtigsten unterirdischen Gletscher auf.
  • Im O80  stiessen wir auf die ersten deutlich phreatisch entstandenen Gänge.

 

Kurze Forschungsgeschichte

  • 1994 fand – abgesehen vom Seichbergloch unmittelbar nördlich der Zone O – die erste Kontaktnahme mit diesem Gebiet statt. 1995 startete die systematische Bearbeitung dieser Zone und in der AGS-INFO 1/96 konnten bereits die Pläne der ersten 13 Höhlen publiziert werden. Seither findet jedes Jahr ein Sommer-Forschungslager auf der Gamsalp statt.
  • 1998 begann die Bearbeitung der Zone R, die unterdessen mit 21 kleineren Höhlen abgeschlossen ist.
  • Die Zone T wurde 2002 in Angriff genommen und ergab bereits im selben Jahr 6 Höhlenpläne!
  • 2003 weiteten wir die Arbeiten auf die Zone U aus.
  • 2015 begannen wir mit der Zone W (Neuenalp).

Andere Höhlenforscher in den Churfirsten

Publikationen

Alle Höhlenpläne und Beschreibungen gehen ans Zentralarchiv der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung.

Die Resultate aus unseren Churfirstenzonen wurden seit 1996 jedes Jahr in der AGS-INFO publiziert. Hier sind einige allgemeine Veröffentlichungen aufgeführt: